Rentiere Weihnachtsmann: Wie heißen die Rentiere?

Thomas Becker Thomas Becker · Veröffentlicht am

Die Rentiere vom Weihnachtsmann heißen Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Ganz vorne fliegt Rudolph mit der roten Nase. Zusammen ziehen sie in der Nacht vor Weihnachten den Schlitten um die Welt.

Die ersten acht Namen stammen aus einem Gedicht von 1823, Rudolph kam erst 1939 dazu, als Werbefigur eines Kaufhauses. Zwei der Namen haben sich seitdem sogar verändert.

Hier findest du alle Namen mit Bedeutung, die Geschichte von Rudolph und erstaunliche Fakten über echte Rentiere: warum ihre Nase wirklich rot ist, warum sie UV-Licht sehen und weshalb die Rentiere vom Weihnachtsmann wohl Weibchen sind.

Wie heißen die Rentiere vom Weihnachtsmann?

Die Namen gehen auf das Gedicht "A Visit from St. Nicholas" zurück, das am 23. Dezember 1823 ohne Autorennamen in einer Zeitung im US-Bundesstaat New York erschien. Später wurde es Clement Clarke Moore zugeschrieben, die Familie des Dichters Henry Livingston hält ihn bis heute für den wahren Autor.1

In dem Gedicht ruft der Weihnachtsmann seine acht Rentiere beim Namen. Seitdem gehören sie zum Weihnachtsmann wie der rote Mantel:

Name heuteName 1823Bedeutung auf Deutsch
DasherDasherFlitzer, der Sprinter
DancerDancerTänzer
PrancerPrancerder Stolzierende
VixenVixenFüchsin
CometCometKomet
CupidCupidAmor, der Liebesgott
DonnerDunderDonner
BlitzenBlixemBlitz
Rudolphkam erst 1939 dazuRudolph mit der roten Nase

Im deutschen Sprachraum bleiben meist die englischen Namen, nur Donner und Blitz werden gern übersetzt.2 Wer die Namen für Kinder eindeutschen möchte, kann einfach die Bedeutung aus der Tabelle nehmen.

Aus Dunder und Blixem wurden Donner und Blitzen

Im Original von 1823 hießen die letzten beiden Rentiere Dunder und Blixem. Das kommt vom niederländischen Ausruf "Dunder en Blixem", Donner und Blitz.1 In späteren Fassungen des 19. Jahrhunderts wurden daraus Donder und Blitzen, im 20. Jahrhundert setzte sich schließlich Donner durch.1

Rudolph: Das berühmteste Rentier kam als Werbung

Rudolph ist das jüngste Rentier im Gespann. Erfunden hat ihn 1939 Robert L. May, ein Werbetexter des US-Kaufhauses Montgomery Ward. Das Kaufhaus verschenkte die Geschichte als Heft an Kinder, im ersten Jahr 2,4 Millionen Exemplare.3

Berühmt wurde Rudolph aber durch Musik. 1949 nahm der Country-Sänger Gene Autry das Lied "Rudolph the Red-Nosed Reindeer" auf, geschrieben von Mays Schwager Johnny Marks. Seitdem gilt Rudolph als neuntes Rentier, das den Schlitten anführt.1

JahrWas passierte
1939Werbetexter Robert L. May schreibt die Geschichte für das Kaufhaus Montgomery Ward, 2,4 Millionen Hefte werden verschenkt
1946Bis dahin sind rund 6 Millionen Exemplare im Umlauf
1949Gene Autry singt "Rudolph the Red-Nosed Reindeer", geschrieben von Mays Schwager Johnny Marks
1964Der Puppentrickfilm von Rankin/Bass läuft zum ersten Mal im US-Fernsehen (NBC)

Quellen: Heftauflagen nach University of Utah3, Fernsehfilm nach NBC4. Der Puppentrickfilm von 1964 läuft in den USA bis heute jedes Jahr im Fernsehen.

Rentiere in Zahlen

9Rentiere ziehen den Schlitten, acht aus dem Gedicht von 1823 plus Rudolph1
80 km/hschaffen echte Rentiere im Sprint5
25 %mehr Blutgefäße hat die Rentiernase als die menschliche6
5 Mio.Rentiere und Karibus leben weltweit7

Warum Rudolphs Nase wirklich rot sein könnte

Was wie ein Märchen klingt, haben Forschende 2012 tatsächlich untersucht. Ein Team aus Rotterdam und Norwegen verglich im British Medical Journal die Nasen von Rentieren und Menschen.6

Das Ergebnis: Die Nase von Rentieren hat rund 25 Prozent mehr feine Blutgefäße. Das viele Blut wärmt die Nase bei eisiger Kälte und hilft, die Temperatur im Kopf zu regeln.6 Eine gut durchblutete Nase schimmert rötlich. Ganz so hell wie bei Rudolph leuchtet sie zwar nicht, aber ganz ausgedacht ist die rote Nase nicht.

7 erstaunliche Fakten über echte Rentiere

  1. Sie sehen UV-Licht. Rentiere nehmen ultraviolettes Licht wahr. Flechten und Wolfsfell schlucken UV-Licht und heben sich deshalb dunkel vom Schnee ab, so finden die Tiere Futter und erkennen Feinde.8
  2. Ihre Füße klicken. Beim Laufen schnappen Sehnen über kleine Knochen im Fuß. Das Klicken hilft der Herde, sich bei Nebel und Dunkelheit nicht zu verlieren.9
  3. Beide tragen Geweih. Rentiere sind die einzige Hirschart, bei der auch die Weibchen ein Geweih haben.5
  4. Sie sind schnell. Im Sprint erreichen Rentiere bis zu 80 km/h.5
  5. Sie sind schwer. Weibchen wiegen etwa 60 bis 170 Kilo, große Männchen bis rund 300 Kilo.7
  6. Rentier und Karibu sind dieselbe Art. In Europa und Asien heißen sie Rentier, in Nordamerika Karibu.7
  7. Es gibt Millionen. Weltweit leben rund 5 Millionen Rentiere und Karibus, wild und gezähmt.7
MerkmalEchte Rentiere
Wissenschaftlicher NameRangifer tarandus, in Nordamerika Karibu genannt
GewichtWeibchen etwa 60 bis 170 kg, Männchen bis rund 300 kg
Höchsttempobis etwa 80 km/h
Geweihtragen Männchen und Weibchen, Weibchen behalten es über den Winter
Augensehen ultraviolettes Licht
Naserund 25 Prozent mehr Blutgefäße als die menschliche Nase
Weltweiter Bestandrund 5 Millionen Rentiere und Karibus, wild und gezähmt

Sind die Rentiere vom Weihnachtsmann Weibchen?

Auf fast allen Bildern ziehen Rentiere mit prächtigem Geweih den Schlitten. Rentier-Männchen werfen ihr Geweih aber in der Regel schon im Spätherbst ab. Die Weibchen behalten es über den Winter, um damit Futter unter dem Schnee freizulegen.5

Wer an Heiligabend mit Geweih vor dem Schlitten steht, ist also sehr wahrscheinlich ein Weibchen. Eine schöne Antwort für alle Kinder, die fragen, ob Vixen wirklich eine Füchsin ist.

Wo leben echte Rentiere?

Rentiere leben rund um den Polarkreis: in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Alaska, Kanada und Grönland. In Skandinavien halten vor allem die Sámi die Tiere in großen Herden, die halbwild durch Lappland ziehen.7

LandRentiere (gezähmt, ungefähr)
Schwedenca. 250.000
Norwegenca. 200.000 bis 250.000
Finnlandca. 200.000
Russland (Taimyr-Herde, wild)400.000 bis 1.000.000

Zahlen nach Wikipedia7 und dem finnischen Rentierzüchterverband10. Die Bestände schwanken von Jahr zu Jahr, je nach Winter und Schlachtzahlen.

In Finnland wohnt übrigens auch der Weihnachtsmann, zumindest nach finnischer Tradition. Mehr dazu und zu seiner Postanschrift steht im Artikel Adresse vom Weihnachtsmann.

Wie schnell müssten die Rentiere an Heiligabend fliegen?

Das US-Magazin Spy hat das 1990 mit einem Augenzwinkern ausgerechnet: Um alle Haushalte mit Kindern in einer Nacht zu besuchen, müsste der Schlitten rund 1.000 Kilometer pro Sekunde schaffen, etwa das 3.000-Fache der Schallgeschwindigkeit.11 Mit Zauberei ist das natürlich kein Problem.

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Häufige Fragen zu den Rentieren vom Weihnachtsmann

Wie heißen die Rentiere vom Weihnachtsmann?

Die acht klassischen Rentiere heißen Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donner und Blitzen. Dazu kommt Rudolph mit der roten Nase, der seit 1939 als neuntes Rentier an der Spitze fliegt.

Wie viele Rentiere hat der Weihnachtsmann?

Im Gedicht von 1823 sind es acht. Mit Rudolph, der 1939 dazukam, sind es heute meist neun Rentiere.

Wie heißen die Rentiere auf Deutsch?

Meist bleiben die englischen Namen. Übersetzt bedeuten sie Flitzer, Tänzer, der Stolzierende, Füchsin, Komet, Amor, Donner und Blitz.

Warum hat Rudolph eine rote Nase?

In der Geschichte von 1939 leuchtet sie so hell, dass sie dem Schlitten im Nebel den Weg zeigt. Forschende fanden 2012 heraus, dass echte Rentiere besonders viele Blutgefäße in der Nase haben, das hält sie warm.

Sind die Rentiere vom Weihnachtsmann Weibchen?

Gut möglich. Rentier-Männchen werfen ihr Geweih meist schon vor Weihnachten ab, Weibchen tragen es über den Winter. Wer an Heiligabend mit Geweih vor dem Schlitten steht, ist also vermutlich ein Weibchen.

Wo leben echte Rentiere?

In Skandinavien, Finnland, Russland, Alaska, Kanada und Grönland. Weltweit gibt es rund 5 Millionen Rentiere und Karibus.

Quellen

  1. 1Wikipedia: Santa Claus's reindeer (en.wikipedia.org)
  2. 2kino.de: Die Rentiere vom Weihnachtsmann und ihre Bedeutung (kino.de)
  3. 3University of Utah: Robert L. May und Rudolph (openbook.lib.utah.edu)
  4. 4NBC: Rudolph the Red-Nosed Reindeer, die Geschichte des TV-Klassikers (nbc.com)
  5. 5National Geographic: Reindeer (nationalgeographic.com)
  6. 6ScienceDaily: Studie im BMJ zur roten Nase der Rentiere (2012) (sciencedaily.com)
  7. 7Wikipedia: Reindeer (en.wikipedia.org)
  8. 8Science Norway: Rentiere sehen UV-Licht (sciencenorway.no)
  9. 9Ohio State University: Fakten über Rentiere (cfaes.osu.edu)
  10. 10Finnischer Rentierzüchterverband (Paliskuntain yhdistys) (paliskunnat.fi)
  11. 11Spy Magazine 1990: Is There a Santa Claus? (Abschrift) (stanford.edu)
Thomas Becker

Über den Autor

Thomas Becker

Thomas Becker ist 54, Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern und bekennender Weihnachtsfan. Weihnachten ist sein Highlight des Jahres: Schon im Oktober hört er die ersten Lieder.

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