Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Fakten und Zahlen

Thomas Becker Thomas Becker · Veröffentlicht am
Für Eltern geschrieben: Dieser Artikel verrät, wie es um den Weihnachtsmann steht. Wenn euer Kind noch glaubt, lest ihn lieber allein.

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Früher oder später stellt fast jedes Kind diese Frage. Die Antwort hat mehr Ebenen, als man denkt: Den Mann mit Schlitten und Rentieren gibt es als Geschichte, sein Vorbild, den heiligen Nikolaus, hat es aber wirklich gegeben.1

Forschende haben untersucht, wie lange Kinder an den Weihnachtsmann glauben und wie sie die Wahrheit verkraften. Das Ergebnis beruhigt: Im Schnitt hören Kinder mit etwa 8 Jahren auf zu glauben, und die meisten sind nur kurz traurig.23

Hier findest du alle Fakten und Zahlen: was die Studien sagen, wer der echte Nikolaus war, was es mit dem berühmten Brief von Virginia auf sich hat und wie du reagierst, wenn dein Kind fragt.

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich? Die ehrliche Antwort

Ein Mann, der in einer Nacht allen Kindern der Welt Geschenke bringt, ist eine Geschichte. Sie ist rund 200 Jahre alt und entstand aus Legenden, Gedichten und Bildern. Mehr zur Entstehung steht im Artikel Hat Coca-Cola den Weihnachtsmann erfunden?.

Das Vorbild des Weihnachtsmanns ist aber echt: Nikolaus von Myra, ein Bischof in der heutigen Türkei. Er starb um das Jahr 343 und soll heimlich armen Menschen geholfen haben. Seine Gebeine liegen seit 1087 in Bari in Italien.1

2017 untersuchten Forscher der Universität Oxford einen Knochen, der dem heiligen Nikolaus zugeschrieben wird. Die Radiokarbon-Datierung ergab: Er stammt tatsächlich aus dem 4. Jahrhundert. Ob er wirklich von Nikolaus ist, kann die Wissenschaft nicht beweisen, ausschließen konnte sie es aber auch nicht.1

Der Glaube an den Weihnachtsmann in Zahlen

8 Jahrealt sind Kinder im Schnitt, wenn sie aufhören zu glauben2
76 %der Deutschen glaubten als Kind an Weihnachtsmann oder Christkind4
72 %der Eltern spielen gern bei der Geschichte mit2
34 %der Erwachsenen wünschen sich, sie würden noch glauben2

Wie lange glauben Kinder an den Weihnachtsmann?

Die größte Umfrage dazu stammt von der University of Exeter in England. 2018 antworteten dort 1.200 Erwachsene aus mehreren Ländern. Im Durchschnitt hörten sie mit 8 Jahren auf, an den Weihnachtsmann zu glauben.2

Zum selben Ergebnis kam 2023 die Psychologin Candice Mills von der University of Texas in Dallas. Befragt wurden 48 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren und 383 Erwachsene. Auch hier kippte der Glaube meist um das achte Lebensjahr.3

StudieBefragteWichtigstes Ergebnis
University of Exeter, 20181.200 Erwachsene, internationalIm Schnitt mit 8 Jahren hören Kinder auf zu glauben
UT Dallas, 202348 Kinder von 6 bis 15 Jahren, 383 ErwachseneDer Glaube kippt meist um 8 Jahre
YouGov Deutschland, 2018Erwachsene in Deutschland76 % glaubten als Kind an Weihnachtsmann oder Christkind

In Deutschland glaubten laut einer YouGov-Umfrage 76 Prozent der Erwachsenen als Kind, dass Weihnachtsmann oder Christkind die Geschenke bringen. 80 Prozent von ihnen finden, Kinder sollten daran glauben dürfen.4 Wer bei euch die Geschenke bringt, hängt übrigens stark von der Region ab, siehe Weihnachtsmann oder Christkind.

Wie Kinder die Wahrheit herausfinden

Meist verraten sich die Eltern selbst: ein entdecktes Versteck, die gleiche Handschrift auf Geschenk und Einkaufszettel oder ein vergessenes Preisschild. Oft erzählen es auch ältere Geschwister oder Kinder in der Schule.

Ist die Wahrheit schlimm für Kinder?

2016 warnten der Psychologe Christopher Boyle und die Psychologin Kathy McKay in der Fachzeitschrift The Lancet Psychiatry: Die Geschichte vom Weihnachtsmann sei eine Lüge, die das Vertrauen von Kindern in ihre Eltern untergraben könne.5 Das war allerdings ein Meinungsbeitrag, keine Studie.

Die Umfragen danach zeichnen ein entspannteres Bild. Etwa ein Drittel der Kinder ist traurig, wenn es die Wahrheit erfährt. Weniger als ein Drittel davon fühlt sich aber länger als ein paar Wochen schlecht.3

Wie Kinder die Wahrheit erlebenAnteil
waren traurig oder verärgertetwa ein Drittel
fühlten sich von den Eltern betrogen15 %
waren wütend10 %
spielten nach dem Entdecken weiter mit65 %
Vertrauen in Erwachsene blieb unberührt56 %
wünschen sich als Erwachsene, sie würden noch glauben34 %

Zahlen aus dem Santa Survey der University of Exeter.2 Besonders schön: 65 Prozent der Kinder spielten nach dem Entdecken einfach weiter mit, oft den jüngeren Geschwistern zuliebe. Und 87 bis 95 Prozent der Erwachsenen möchten den Weihnachtsmann mit ihren eigenen Kindern feiern.3

Was sage ich, wenn mein Kind fragt?

Einen Königsweg gibt es nicht, sagt die Forscherin Candice Mills. Wichtig sei, auf das eigene Kind zu hören.3 Diese Tipps von Psychologinnen helfen:

  1. Mit einer Gegenfrage antworten. "Was glaubst du denn?" So merkt ihr, ob das Kind die Wahrheit hören oder lieber weiter glauben möchte.6
  2. Nicht drängen. Viele Kinder wollen die Geschichte noch eine Weile behalten, auch wenn sie schon zweifeln.3
  3. Ehrlich bleiben, wenn es soweit ist. Die Wahrheit zum richtigen Zeitpunkt ist völlig in Ordnung.6
  4. Vom echten Nikolaus erzählen. Den Mann, der heimlich schenkte, gab es wirklich. Das fängt die Enttäuschung auf.6
  5. Das Kind einweihen. Wer Bescheid weiß, darf ab jetzt selbst Weihnachtsmann sein, zum Beispiel für jüngere Geschwister.

"Yes, Virginia": der berühmteste Brief an eine Zeitung

1897 schrieb die achtjährige Virginia O'Hanlon aus New York an die Zeitung The Sun. Ihre Freunde behaupteten, es gebe keinen Weihnachtsmann. Ihr Vater hatte gesagt: Wenn es in der Sun steht, dann stimmt es.7

Am 21. September 1897 antwortete der Journalist Francis Pharcellus Church mit dem Satz, der berühmt wurde: "Yes, Virginia, there is a Santa Claus." Den Weihnachtsmann gebe es, so wie es Liebe und Großzügigkeit gibt.7 Der Text gilt als der am häufigsten nachgedruckte Zeitungsartikel der Geschichte.7

Kann der Weihnachtsmann das überhaupt schaffen?

Das US-Magazin Spy hat es 1990 mit einem Augenzwinkern nachgerechnet. Weil der Weihnachtsmann mit den Zeitzonen nach Westen fliegt, hat er 31 Stunden Zeit.8

RechengrößeWert laut Spy Magazine 1990
Zeit für die Reise31 Stunden, dank der Zeitzonen
Haushalte mit Kindern91,8 Millionen
Besuche pro Sekunde822,6
Streckerund 121 Millionen Kilometer
Geschwindigkeitrund 1.000 Kilometer pro Sekunde

Das ist rund 3.000-mal schneller als der Schall.8 Für Physiker ist das unmöglich, für den Weihnachtsmann ein ganz normaler Abend. Wo er an Heiligabend gerade ist, zeigt unser Weihnachtsmann-Tracker.

Für alle, die noch glauben: In unseren Videos spricht der Weihnachtsmann dein Kind mit Namen an und weiß, was es dieses Jahr geschafft hat. Weihnachtsmann-Video erstellen

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Häufige Fragen: Gibt es den Weihnachtsmann?

Gibt es den Weihnachtsmann wirklich?

Den Weihnachtsmann mit Rentierschlitten gibt es als Geschichte, die Familien seit fast 200 Jahren erzählen. Sein Vorbild gab es aber wirklich: den heiligen Nikolaus, einen Bischof aus dem 4. Jahrhundert, der heimlich Geschenke verteilt haben soll.

Wie alt sind Kinder, wenn sie nicht mehr an den Weihnachtsmann glauben?

Im Durchschnitt etwa 8 Jahre. Das zeigen Studien der University of Exeter von 2018 und der University of Texas in Dallas von 2023. Manche Kinder zweifeln früher, andere glauben deutlich länger.

Schadet es Kindern, an den Weihnachtsmann zu glauben?

Nach den bisherigen Studien eher nicht. Etwa ein Drittel der Kinder ist kurz traurig, wenn es die Wahrheit erfährt, bei den meisten hält das aber nur wenige Wochen an. Die meisten Erwachsenen möchten die Tradition mit ihren eigenen Kindern weiterführen.

Was sage ich, wenn mein Kind fragt, ob es den Weihnachtsmann gibt?

Psychologinnen raten zur Gegenfrage: "Was glaubst du denn?" So erfahrt ihr, ob das Kind die Wahrheit wissen möchte oder noch weiter glauben will. Will es die Wahrheit hören, hilft die Geschichte vom echten heiligen Nikolaus.

Hat es den heiligen Nikolaus wirklich gegeben?

Ja. Nikolaus war im 4. Jahrhundert Bischof von Myra in der heutigen Türkei. 2017 datierten Forscher der Universität Oxford einen Knochen, der ihm zugeschrieben wird, tatsächlich auf das 4. Jahrhundert.

Was ist "Yes, Virginia, there is a Santa Claus"?

Die Antwort einer New Yorker Zeitung von 1897 auf den Brief der achtjährigen Virginia, die wissen wollte, ob es den Weihnachtsmann gibt. Der Text gilt als der am häufigsten nachgedruckte Zeitungsartikel der Geschichte.

Quellen

  1. 1Medievalists.net: Oxford-Forscher datieren Knochen des heiligen Nikolaus (2017) (medievalists.net)
  2. 2University of Exeter: Santa Survey (2018) (exeter.ac.uk)
  3. 3UT Dallas: Studie zum Glauben an den Weihnachtsmann (2023) (utdallas.edu)
  4. 4Pharmazeutische Zeitung (dpa): YouGov-Umfrage zum Christkind-Glauben (pharmazeutische-zeitung.de)
  5. 5University of Exeter: Kommentar in The Lancet Psychiatry (2016) (exeter.ac.uk)
  6. 6evangelisch.de: Psychologin erklärt, wann die Wahrheit sinnvoll ist (2025) (evangelisch.de)
  7. 7WNYC: Yes, Virginia, there is a Santa Claus (wnyc.org)
  8. 8Spy Magazine 1990: Is There a Santa Claus? (Abschrift) (stanford.edu)
Thomas Becker

Über den Autor

Thomas Becker

Thomas Becker ist 54, Vater von zwei inzwischen erwachsenen Kindern und bekennender Weihnachtsfan. Weihnachten ist sein Highlight des Jahres: Schon im Oktober hört er die ersten Lieder.

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