Weihnachtsmann oder Christkind: je nach Region (Karte)
Weihnachtsmann oder Christkind? In Deutschland hängt die Antwort davon ab, wo man wohnt. Im Norden und Osten bringt fast immer der Weihnachtsmann die Geschenke, im Süden und Westen eher das Christkind.1
Am deutlichsten ist der Unterschied zwischen Ost und West: In Ostdeutschland sagen 84 Prozent Weihnachtsmann und nur 5 Prozent Christkind. Im Westen liegt das Christkind dagegen vorne.2
Auf unserer Karte siehst du für jedes Bundesland, wer dort traditionell kommt. Dazu gibt es die Umfragewerte, die Geschichte hinter beiden Figuren und einen Blick darauf, wer in anderen Ländern Europas die Geschenke bringt.
Karte: Wer bringt in deinem Bundesland die Geschenke?
Die Karte zeigt die Tendenz für jedes Bundesland sowie für Österreich und die Schweiz. Grundlage sind Umfragen2, eine Auswertung von Social-Media-Beiträgen3 und die bekannte Verteilung nach Konfession.14
Die Faustregel: Wo viele Katholiken leben, kommt eher das Christkind. Wo die Menschen evangelisch oder nicht religiös sind, kommt eher der Weihnachtsmann.1 Darum ist auch die Grenze mitten durch NRW, Hessen und Niedersachsen nicht ganz scharf.
Weihnachtsmann oder Christkind in Zahlen
Die Zahlen: So verteilt sich Deutschland
Die genauesten Zahlen stammen aus einer repräsentativen Umfrage mit 1.007 Befragten ab 14 Jahren. Bundesweit liegt der Weihnachtsmann vorne, der Unterschied zwischen Ost und West ist aber riesig.2
| Region | Weihnachtsmann | Christkind |
|---|---|---|
| Deutschland gesamt | 45 % | 39 % |
| Westdeutschland | 36 % | 47 % |
| Ostdeutschland | 84 % | 5 % |
Quelle: Umfrage "Daheim in Deutschland" von 2009, veröffentlicht bei Statista.2 Eine YouGov-Umfrage von 2017 kam auf ein ähnliches Ergebnis: 46 Prozent Weihnachtsmann, 41 Prozent Christkind.5
Was Social Media verrät
Eine Auswertung von 53.615 Social-Media-Beiträgen aus dem Advent 2017 hat genauer nach Regionen geschaut. Repräsentativ ist das nicht, es zeigt aber, wie unterschiedlich die Regionen sind:3
| Region | Christkind-Anteil in Social-Media-Beiträgen |
|---|---|
| Tirol | 80 % |
| Kärnten | 77 % |
| Österreich gesamt | 72 % |
| Luzern | 55 % |
| Bayern | 50 % |
| Schweiz gesamt | 28 % |
| Bremen | 8 % |
| Sachsen | 7 % |
| Thüringen | 6 % |
Auffällig ist Bayern: Hier halten sich beide Figuren in den Beiträgen die Waage.3 Traditionell kommt in Bayern, besonders in Franken, aber das Christkind.1
Warum gibt es überhaupt zwei Gabenbringer?
Das Christkind: eine evangelische Erfindung
Bis ins 16. Jahrhundert brachte der heilige Nikolaus den Kindern am 6. Dezember Geschenke. Martin Luther lehnte die Verehrung von Heiligen ab. Deshalb sollte stattdessen der "Heilige Christ" die Geschenke bringen, und zwar an Weihnachten.6
Ob Luther das Christkind wirklich selbst eingeführt hat, ist unter Historikern umstritten.7 Fest steht: Das Christkind verbreitete sich zuerst in evangelischen Gegenden und wurde erst später zur katholischen Tradition.4
Der Weihnachtsmann: ein Kind des 19. Jahrhunderts
Im 19. Jahrhundert setzte sich in den evangelischen Regionen dann der Weihnachtsmann durch.4 Hoffmann von Fallersleben dichtete 1835 "Morgen kommt der Weihnachtsmann", Moritz von Schwind zeichnete 1847 den "Herrn Winter", ein frühes Bild des Weihnachtsmanns.8
So drehte sich die Lage um: Das evangelische Christkind ist heute katholisch, und der Norden feiert mit dem Weihnachtsmann. Wie der Weihnachtsmann vom Nikolaus abstammt, erklärt der Artikel Unterschied Nikolaus und Weihnachtsmann.
Wie sieht das Christkind aus?
Obwohl der Name an das Jesuskind erinnert, sieht das Christkind meist aus wie ein Engel: blonde Locken, weißes Gewand, goldene Krone und Flügel.7 Das Bild stammt aus Krippenspielen und Umzügen, in denen Kinder als Engel verkleidet auftraten.6
Das berühmteste Christkind steht in Nürnberg. Es eröffnet jedes Jahr den Christkindlesmarkt und wird seit 1969 alle zwei Jahre neu gewählt. Bewerben dürfen sich junge Nürnbergerinnen zwischen 16 und 19 Jahren, die mindestens 1,60 Meter groß sind.9
Wer bringt in anderen Ländern die Geschenke?
Auch in Europa ist das Christkind nicht allein. In Österreich, Tschechien und Ungarn kommt ebenfalls das Christkind, anderswo bringen ganz andere Figuren die Geschenke, manchmal sogar erst im Januar.10
| Land | Wer bringt die Geschenke? | Wann? |
|---|---|---|
| Österreich | Christkind | 24. Dezember |
| Tschechien, Slowakei | Ježíšek bzw. Ježiško (Christkind) | 24. Dezember |
| Ungarn | Jézuska (Christkind) | 24. Dezember |
| Italien | Babbo Natale oder Gesù Bambino, dazu die Befana | 24./25. Dezember, 6. Januar |
| Spanien | die Heiligen Drei Könige, zunehmend Papá Noel | 6. Januar |
| Niederlande | Sinterklaas | 5. Dezember |
| Polen | Mikołaj, regional Gwiazdor | 6. und 24. Dezember |
| Russland | Ded Moroz mit Snegurotschka | Silvester |
Wie der Weihnachtsmann in über 30 Ländern heißt, zeigt der Artikel So heißt der Weihnachtsmann weltweit.
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Häufige Fragen: Weihnachtsmann oder Christkind?
Wer bringt die Geschenke: Weihnachtsmann oder Christkind?
Das hängt von der Region ab. Im Norden und Osten Deutschlands bringt meist der Weihnachtsmann die Geschenke, im Süden und Westen eher das Christkind. Bundesweit liegt der Weihnachtsmann knapp vorne.
Wo kommt das Christkind und wo der Weihnachtsmann?
Das Christkind kommt vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, im Saarland und in Teilen von NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen, außerdem in Österreich. Der Weihnachtsmann kommt in Norddeutschland, in Ostdeutschland und in Berlin.
Wie viele Deutsche feiern mit dem Christkind?
In einer Umfrage von 2009 nannten 39 Prozent das Christkind und 45 Prozent den Weihnachtsmann. YouGov kam 2017 auf 41 zu 46 Prozent.
Wer hat das Christkind erfunden?
Die Reformation. Martin Luther wollte im 16. Jahrhundert die Verehrung von Heiligen wie Nikolaus zurückdrängen. Statt Nikolaus sollte der "Heilige Christ" die Geschenke bringen, und zwar an Weihnachten. Daraus wurde das Christkind.
Warum ist das Christkind heute katholisch?
Ursprünglich war das Christkind eine evangelische Idee. Im 19. Jahrhundert übernahmen viele evangelische Regionen den Weihnachtsmann, während das Christkind in katholischen Gegenden blieb.
Wie sieht das Christkind aus?
Meist wie ein Engel: blonde Locken, weißes Gewand, goldene Krone und Flügel. Das bekannteste Christkind ist das Nürnberger Christkind, das seit 1969 alle zwei Jahre neu gewählt wird.
Quellen
- 1t-online: Christkind oder Weihnachtsmann, wer bringt die Geschenke? (t-online.de)
- 2Statista: Überbringer der Weihnachtsgeschenke, Weihnachtsmann vs. Christkind (statista.com)
- 3vienna.at: Wer bringt die Weihnachtsgeschenke? Ein Ländervergleich (vienna.at)
- 4Sonntagsblatt: Christkind oder Weihnachtsmann (sonntagsblatt.de)
- 5YouGov: Alle Jahre wieder, Traditionen sind den Deutschen wichtig (2017) (yougov.com)
- 6Wikipedia: Christkind (de.wikipedia.org)
- 7Universität Hamburg: Das Christkind (2025) (uni-hamburg.de)
- 8Wikipedia: Weihnachtsmann (de.wikipedia.org)
- 9Wikipedia: Nürnberger Christkind (de.wikipedia.org)
- 10Wikipedia: List of Christmas and winter gift-bringers (en.wikipedia.org)